Fachlich steht die Partnerschule auf dem Boden der Integrativen Therapie, wie sie von Hilarion Petzold und Klaus Grawe konzipiert wurde. In prospektiven Untersuchungen konnte die Wirksamkeit und Nachhaltig hinsichtlich einer Verbesserung der partnerschaftlichen und sexuellen Zufriedenheit nachgewiesen werden.

Sie orientiert sich an den Erkenntnissen der  Positiven Psychologie und Salutogenese welche bedeuten,  dass durch die Vermittlung von Beziehungskompetenzen Problemen der Boden entzogen und so Wohlbefinden und Gesundheit gefördert wird. Deshalb stehen die Ressourcen eines Paares und die Vermittlung weiterer Kompetenzen im Vordergrund.

Für Paarberater und Paarberaterinnen bietet die Partnerschule den Vorteil, dass sie einen klaren vorgegebenen Rahmen haben, in welchem sie die Paar- und Sexualberatung gestalten können. Nach einem ersten Kontakt mit einem Paar, in dem im weitesten Sinne über Wünsche des Paares, Ziele  und über Ansatz der Partnerschule, einem Coaching für Paare zu besserer Beziehungszufriedenheit,  informiert wird, können sich Paare für eine gemeinsame Arbeit mit dem Berater oder der Beraterin entscheiden.

Dieser Rahmen erstreckt sich vom Paarinterview zur Beziehungsgeschichte nach John Gottman, dem  Einsatz kreativer Medien wie der Arbeit mit dem Ton und Malen jeweils nach einer vertiefenden Hinführung zur Klärung der Beziehungsprobleme hin zur Vermittlung von Beziehungskompetenzen. Immer geht es darum, einen Rahmen zur Verfügung zu stellen, in welchem die Partner miteinander neue Erfahrungen machen können. Ein Beispiel wäre die Übung zur achtsamen Berührung im Rahmen der Sexualberatung oder die Übungen zum eigenen Stand, zum eigenen Raum zum Öffnen und Schließen bei der Arbeit mit dem Körper, dem Embodiment. Hier wird über die Arbeit mit dem Körper in maßgeblicher Weise die Psyche beeinflusst.

„Die Partnerschule … beinhaltet durch einen stark erfahrungsbezogenen und auch gestalttherapeutischen Ansatz eine Methodik und Didaktik, die auch für jene Paare leicht zugänglich ist, die mit einer rein kognitiven Informationsvermittlung ihre Probleme haben….. die Partnerschule kann dann empfohlen werden, wenn bereits ein deutliches Gefährdungspotenzial für eine Ehe vorliegt….“ Zitat aus der Dissertation an der Universität Greifswald von Ulf Harder, 2012: Prävention in der Seelsorge, S. 425 f, Verlag Neukirchen-Vluyn.

Seit August 2016 wird die Partnerschule in der Grünen Liste Prävention beim Justizministerium in Niedersachsen geführt.

Das Buch zur Partnerschule Sanders, R. (2006). Beziehungsprobleme verstehen, Partnerschaft lernen. Partnerschule als Kompetenztraining in Ehe- und Familienberatung. Paderborn: Junfermann können Sie kostenfrei beim Junfermann Verlag herunterladen.